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Sonntag September 25, 2022

Die Geschichte des größten verlassenen Bahnhofs der Welt

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1928 war die Canfranc International Station die größte in Europa. Es war 50 Jahre lang das wichtigste Verkehrszentrum, das Spanien und Frankreich verband.

Canfranc war auch bei Filmregisseuren beliebt. Auf seinem Territorium wurden oft Filme gedreht, wie Szenen aus dem Kult „Doktor Schiwago“.

Aufgrund ihrer gewaltigen Dimensionen – mehr als 200 Meter lange Bahnsteige, eine prächtige Fassade und eine ungewöhnliche Lage – in den Bergen auf 1200 Metern Höhe hat sich die Station den Spitznamen „Titanic der Berge“ verdient.

Aus architektonischer Sicht ist es ein hervorragendes Beispiel für eine Kombination aus Klassizismus und Jugendstil. Als Hauptmaterialien für den Bau wurden die für den Klassizismus typischen Marmor, Beton und Glas verwendet.

Leider funktionierte der Bahnhof 1970 nicht mehr, als infolge eines Zugunglücks die Brücke zwischen Frankreich und Spanien zerstört wurde. Der finanzielle Druck der französischen Staatsbahn zwang die französische Regierung, den Wiederaufbau der Brücke einzustellen, was zur Schließung der spanisch-französischen Grenze in diesem Abschnitt führte.

Danach wurde der Dienst „Mountain Titanic“ für die spanische Regierung unrentabel und die Arbeiten an der Station wurden eingestellt.

Es ist interessant festzustellen, dass in einem der Tunnel neben Canfranc ein einzigartiges Forschungslabor in einer Tiefe von 850 Metern gebaut wurde. Seine Lage ermöglichte es, das Labor vollständig vor kosmischer Strahlung zu schützen, wodurch wissenschaftliche Experimente mit dunkler Materie frei durchgeführt werden konnten.

Obwohl der Bahnhof seit 50 Jahren nicht mehr als Verkehrsknotenpunkt fungiert, ist er dennoch für die Welt von Nutzen.

Derzeit ist der Hauptbereich des Bahnhofs verfallen, aber die Verwaltungsgesellschaft hält die Fassade weiterhin in einem anständigen Zustand. Die spanischen Behörden haben große Pläne, den Bahnhof in ein Luxushotel umzuwandeln.

Es würde der „Titanic der Berge“ neues Leben einhauchen, die noch immer Reste ihres einstigen Glanzes bewahrt.

In seinem Buch „El Canfranc, Historia de un tren de leyenda“ (übersetzt: „Der Canfranc, Geschichte eines legendären Zuges“) erklärt Alfonso Marco, Historiker und Techniker der Unterdirektion für technologische Innovation beim spanischen Eisenbahninfrastrukturbetreiber Adif – der selbst aus einer Familie von Eisenbahnarbeitern in Canfranc stammte – schreibt, dass die Kosten für das Projekt auf 3.2 Millionen Peseten (umgerechnet etwa 20,000 Euro) geschätzt wurden, plus über 1.2 Millionen (7,200 Euro) für den Bau von Zugangspunkten, Docks und andere Einrichtungen. 

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