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Mittwoch, Oktober 5, 2022

Der Iran könnte die Haltung von Haustieren als „Symbol des Westens“ verbieten

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Gaston de Persigny
Gaston de Persigny
Gaston de Persigny - Reporter bei The European Times News

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Das iranische Parlament erwägt einen Gesetzentwurf, der ein faktisches Verbot der Haltung von Haustieren im Land einführen könnte, berichtet die BBC. Wenn es angenommen wird, wird es möglich sein, Tiere nur mit einer besonderen Genehmigung der Regierungskommission zu halten. Für die Einfuhr jeglicher Tiere in den Iran, bis hin zu Kaninchen und Schildkröten, wird ein Bußgeld von rund 800 Dollar vorgesehen. Sie gelten als „Symbol der Verwestlichung“, das für ein östliches Land nicht akzeptabel ist.

Laut Dr. Payam Mohebi, Präsident des iranischen Tierärzteverbandes und Gegner des Gesetzentwurfs, begann die Debatte zu diesem Thema vor mehr als einem Jahrzehnt. Dann wurde der Gesetzentwurf nicht genehmigt, obwohl er regelmäßig zur Diskussion zurückgebracht wurde. Vor dem Hintergrund der aktuellen Stärkung der konservativen Stimmung im Iran könnte der Gesetzentwurf jedoch in naher Zukunft verabschiedet werden.

Die Liste der vom Gesetzentwurf betroffenen Tiere umfasst nicht nur Hunde, sondern auch Katzen und viele andere Tierarten.

Der BBC-Korrespondent in Teheran berichtet auch, dass in iranischen Städten Fälle von Verhaftungen wegen spazieren gehender Hunde in Parks und anderen öffentlichen Plätzen zugenommen haben. Den Festgenommenen werden Tiere beschlagnahmt.

• Entgegen weit verbreiteter Klischees verbietet der Koran Muslimen nicht, Hunde zu halten, wenn sie nützlich sind – zum Beispiel als Wächter oder Helfer bei der Jagd. Muslimische Theologen halten Hundespeichel und -haare für rituell unrein und empfehlen, Hunde nicht im Haus, sondern im Garten zu halten. Es gibt kein Verbot, andere Tiere – Katzen, Vögel, Hamster, Kaninchen – im Islam zu halten. Nach muslimischer Tradition waren Katzen die Lieblingstiere des Propheten Muhammad.

• Der Iran war vor der „Islamischen Revolution“ 1979 eines der fortschrittlichsten Länder im Osten, was die Heimtierhaltung anbelangt. Er war der erste im Nahen Osten, der Tierschutzgesetze verabschiedete; 1948 entstand hier die erste staatliche Stelle, die deren Einhaltung überwachte. Sogar Mitglieder der königlichen Familie hatten Hunde. Eine der beliebtesten Katzenrassen der Welt – die Perserkatze – wurde im Iran (Persien) gezüchtet. In Teheran gibt es ein Museum, das der Geschichte dieser Rasse gewidmet ist.

Foto: Ein Polizist im Iran verhängt eine Geldstrafe für den Transport eines Hundes in einem Auto

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