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Sonntag, Januar 29, 2023

Liebe als Diagnose oder „F 63.9“

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Gastautor
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www.europeantimes.news

by  Dobromir Banew

Die Welt spielt jeden Tag verrückt, und es ist kein Wunder, dass normale Menschen sich auch für verrückt halten. Wir überleben von Krise zu Krise mit der Hoffnung, dass morgen alles besser wird, weil wir uns auf unerklärliche Weise dem Glück geschenkt fühlen. Wir jagen dem Glück auf einer Straße hinterher, die sich durch das Leben schlängelt, bis uns das Schicksal immer wieder mit etwas überrascht.

Ich bin kürzlich über einen Beitrag gestolpert, der mich daran erinnert hat, dass Experten der Weltgesundheitsorganisation 2011 Liebe als psychische Störung aufgeführt haben. So unglaublich es auch klingen mag, sie setzen ihr Krankheiten wie Alkoholismus und Kleptomanie zu. Ich habe mir die Mühe gemacht nachzuschauen: Im Krankheitsregister der WHO ist die Liebe unter der Nummer F 63.9 verzeichnet!

Liebesgefühle befallen Melancholiker und Menschen, die zu Depressionen neigen, am schmerzhaftesten. Choleriker hingegen gerieten beim kleinsten Liebesproblem in Rage. Symptome der Liebe sind obsessive Gedanken über den anderen, plötzliche Stimmungsschwankungen, Probleme mit dem Selbstwertgefühl, Selbstmitleid, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, rücksichtsloses und impulsives Verhalten.

Es stellt sich heraus, dass wir alle für eine Apotheke sind. Aber wenn wir in dieser Apotheke noch das Glück berühren, ist der Wahnsinn jede Sekunde wert.

Weit entfernt von der Liebe fühlen wir uns wehrlos und unnötig.

Leidenschaft ist ein Muss, wenn wir für Herausforderungen stark sein wollen. Gedanken über den anderen mögen aufdringlich sein, aber ihre zerstörerische Kraft kann uns selbstbewusster machen, für die Liebe einzustehen. Ja, sie macht uns rücksichtslos, aber außerhalb unserer trügerischen Komfortzone sind wir bereit, großartige Dinge zu tun – bis zu einem in ihrem Namen, zu ihren Ehren.

Ich passiere den Rest der Verrückten auf den Straßen der Stadt und stelle mir vor, wie schwierig es für jeden von ihnen ist, zu lieben, verliebt zu bleiben in diesem endlosen Lauf, zu dem wir verdammt sind, unser kleines Glück einzuholen. Wer lieben kann, ist früher oder später dazu bestimmt, Lust zu empfinden. Wer verliebt war, kommt an der Schönheit des Lebens nicht vorbei, ungeachtet der Prüfungen, die es uns auferlegt.

Unsere Gemeinschaftsapotheke ist der gemütliche Ort, an dem wir so laut wie möglich „Ich liebe dich“ schreien können. Es gibt keine Medikamente, keine Verfahren, die der Schwerkraft helfen, unsere Gedanken und Gefühle nah am Boden zu halten. Denn während wir verliebt sind, fliegen wir alle im Wachleben und im Schlaf und streben nach dem einzig sinnvollen Bündnisziel: zu erkennen, dass wir dieses Leben gelebt haben, dass sich jeder Moment davon gelohnt hat, weil er mit einem anderen geteilt wurde.

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