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Wie viel Kaffee sollte man trinken, um das Demenzrisiko zu senken?

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Wie viel Kaffee sollte man trinken, um das Demenzrisiko zu senken?

Demenz betrifft weltweit Millionen von Menschen, und eine frühzeitige Prävention ist weiterhin entscheidend, da die Wirksamkeit aktueller Behandlungsmethoden nach dem Auftreten von Symptomen noch nicht abschließend belegt ist. Wissenschaftler konzentrieren sich derweil weiterhin auf die Rolle, die bestimmte Lebensstilfaktoren und tägliche Gewohnheiten beim kognitiven Abbau spielen.

Beispielsweise waren frühere Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und der späteren Entwicklung von Demenz umstritten. Der Grund dafür waren unzureichende Daten. Eine umfangreiche neue Studie liefert jedoch zuverlässigere Belege dafür, dass das koffeinhaltige Getränk tatsächlich vor dieser degenerativen Erkrankung schützen kann.

In der im „Journal of the American Medical Association“ veröffentlichten Studie analysierten amerikanische Forscher Daten, die über vier Jahrzehnte von mehr als 130,000 Ärzten und Pflegekräften gesammelt wurden. Diese wurden vom mittleren bis zum hohen Alter begleitet, wobei sie in dieser Zeit ihre Ernährungsgewohnheiten anhand von Fragebögen selbst einschätzten.

Mit diesem Ansatz untersuchten die Forscher auch Veränderungen im Kaffee- und Teekonsum im Zeitverlauf und beobachteten gleichzeitig die klinische Entwicklung einer Demenz sowie andere Veränderungen der kognitiven Funktionen der Teilnehmer. Von den 131,821 Personen, die in die Langzeitanalyse einbezogen wurden, entwickelten 11,033 eine Demenz.

Im Rahmen der Studie entdeckten die Forscher einen spezifischen Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum und langfristiger Hirngesundheit. Ihre Analyse ergab, dass Teilnehmer, die mehr Kaffee konsumierten, ein um 18 % geringeres Demenzrisiko aufwiesen als diejenigen, die weniger oder gar keinen Kaffee tranken. Die erstgenannte Gruppe schnitt auch bei Tests der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit besser ab.

Neben Kaffee wurde auch für Tee ein ähnlicher positiver Effekt auf das reduzierte Demenzrisiko berichtet. Allerdings ist anzumerken, dass entkoffeinierter Kaffee nicht mit diesen Vorteilen in Verbindung gebracht wurde. Um die positiven Auswirkungen auf die kognitive Funktion zu nutzen, empfiehlt es sich daher, koffeinhaltigen Kaffee zu trinken – zwei bis drei Tassen täglich. Für Tee liegt die empfohlene tägliche Trinkmenge bei ein bis zwei Tassen.

Beide Getränke enthalten bioaktive Verbindungen wie Polyphenole und Koffein, die Entzündungen und Zellschäden reduzieren und gleichzeitig vor kognitivem Abbau schützen. Forscher bezeichnen diese Eigenschaften als „neuroprotektiv“, berichtet Fox News.

Im Gegensatz zu einigen früheren Studien führte ein höherer Koffeinkonsum nicht zu negativen Auswirkungen. Tatsächlich hat er sogar bei Menschen mit einer hohen genetischen Veranlagung für die Erkrankung eine positive neuroprotektive Wirkung.

Originalstudie: Zhang Y, Liu Y, Li Y, et al. Kaffee- und Teekonsum, Demenzrisiko und kognitive Funktion. JAMA. Online veröffentlicht am 09. Februar 2026. doi:10.1001/jama.2025.27259.

Illustratives Foto von Toni Cuenca: https://www.pexels.com/photo/a-cup-of-black-coffee-585754/