Katzenbesitzer haben oft beobachtet, dass sich ihre flauschigen Lieblinge bei Kopf-, Magen- oder Gelenkschmerzen ihrer Besitzer häufig an die betroffene Stelle legen.
Ist das nur ein Zufall? Tierärzte bieten mehrere Erklärungen für dieses Phänomen an.
Der erste Effekt ist die Wärme: Die Körpertemperatur einer Katze liegt bei 38–39 °C und ist damit höher als die des Menschen. Die Wärme fördert die Durchblutung und kann Muskel- und Gelenkschmerzen lindern.
Das zweite sind die Vibrationen des Schnurrens: Die Frequenz des Schnurrens einer Katze (20-150 Hz) entspricht den therapeutischen Frequenzen, die in der Physiotherapie zur Förderung der Gewebeheilung sowie zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden.
Der dritte Aspekt ist die emotionale Unterstützung: Der Kontakt mit einer Katze reduziert Stress, Angstzustände und Blutdruck, was zu einer allgemeinen Verbesserung des Wohlbefindens beiträgt. 6699
Und als vierte Erklärung gibt es eine ausgeprägte Sensibilität für Veränderungen: Katzen besitzen einen außergewöhnlichen Geruchssinn und können chemische Veränderungen im menschlichen Körper, die mit Krankheit oder Entzündungen einhergehen, erkennen. Und was sagen die Wissenschaftler dazu?
Eine Studie des Animal Communication Institute in North Carolina ergab, dass Katzenbesitzer bei kleineren Beschwerden 30 % seltener ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Eine weitere Studie, veröffentlicht im Journal of Vascular and Interventional Neurology, zeigte, dass Menschen mit einer Hauskatze ein geringeres Risiko haben, an Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben.
Wichtig ist auch, sich daran zu erinnern, dass Katzen kein Ersatz für professionelle medizinische Versorgung sind, aber sie können eine wunderbare Ergänzung zur Behandlung, eine Quelle emotionaler Unterstützung und ein natürlicher „Therapeut“ im wörtlichen wie im übertragenen Sinne sein.
Sie besitzen die Fähigkeit, Problembereiche im menschlichen Körper zu erkennen und instinktiv zu helfen. Ihre therapeutische Wirkung beruht auf einer Kombination aus physiologischen Faktoren (Wärme, Vibrationen) und starker psychologischer Unterstützung.
Einer der Gründe für die jahrtausendealte Bindung zwischen Mensch und Katze liegt vielleicht genau in dieser erstaunlichen Fähigkeit, die Schmerzen ihres Besitzers zu spüren und zu lindern. Wenn sich Ihr Haustier also das nächste Mal auf eine schmerzende Stelle legt, danken Sie ihm – es versucht wirklich, Ihnen bei der Genesung zu helfen.
Illustratives Foto von Akbar Nemati: https://www.pexels.com/photo/cute-tabby-and-ginger-cat-5622738/
