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Psychogener Schmerz: der Schrei der Seele

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Psychogener Schmerz: der Schrei der Seele

Was geschieht mit Patienten, die wegen starker Schmerzen zum Arzt gehen und alle möglichen Untersuchungen und Tests durchlaufen, aber die Ursache ihrer Schmerzen bleibt unklar und nicht diagnostiziert? Was geschieht, wenn die Schmerzen trotz regelmäßiger Einnahme von Schmerzmitteln nicht verschwinden, sondern sich sogar im ganzen Körper ausbreiten?

Dann muss sich der Betroffene fragen, ob es sich nicht um psychogenen Schmerz handelt. Dabei handelt es sich um eine Empfindung, die Betroffene als starken Schmerz beschreiben, obwohl ihre Symptome nicht mit solchen Schmerzen übereinstimmen. Denn sie steht nicht im Zusammenhang mit einer Krankheit, einem physiologischen Problem, einer Organschädigung oder einem Trauma. Sie ist auf psychische und emotionale Faktoren zurückzuführen. Sie entsteht durch seelische Traumata, Angstzustände, Furcht oder Depressionen. Häufig konzentriert sich der Schmerz im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich, im Rücken und in der Herzgegend.

Ein erfahrener Arzt kann einen Zusammenhang zwischen dem Ort des Schmerzes und möglichen Ursachen herstellen. Beispielsweise kann jemand mit einem sehr persönlichen oder intimen Problem Schmerzen im Herzbereich verspüren, ohne dass das Herz tatsächlich erkrankt ist. Im Gespräch sagen wir oft, dass wir mit einem nahestehenden Menschen, der leidet, mitfühlen. Wenn wir in diesem Zustand aber tatsächlich Schmerzen verspüren, gehen wir zum Kardiologen und erkennen den Zusammenhang nicht.

Wir sind oft ganz nach außen gerichtet, zur Außenwelt, analysieren, kritisieren und treffen Entscheidungen. Doch wir wenden uns selten nach innen und sind nicht in der Lage, die Signale unseres Körpers zu deuten. Oft hören wir, dass uns ein Problem so sehr belastet, dass wir so lange darüber nachdenken, dass uns der Kopf schmerzt. Ja, hinter starken Kopfschmerzen kann die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, stecken. Häufig ist psychogener Schmerz auch ein Weg, Aufmerksamkeit, Mitgefühl oder Unterstützung zu erlangen. Doch stattdessen werden solche Menschen von ihren Angehörigen oft als „Hypochondrien“ bezeichnet.

Wie erkennt man psychogenen Schmerz? Er äußert sich wie folgt:

• wiederholt wiederkehrend

• Änderung der Lokalisierung

• wird durch gängige Schmerzmittel nicht beeinflusst

• verbunden mit depressiver Stimmung, Reizbarkeit und Depression

• Sein Auftreten ist die Folge einer Stresssituation, eines Konflikts oder eines sozialen Problems

• Der Patient wechselt ständig den Arzt und hat eine skeptische Haltung gegenüber der medikamentösen Behandlung.

Wie wird psychogener Schmerz diagnostiziert? Von einem erfahrenen Arzt, der sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützt und alle körperlichen Schmerzursachen ausschließt. Um mit diesem Schmerz umzugehen, muss die betroffene Person die emotionalen und mentalen Ursachen behandeln. Dies gelingt am besten mit der Unterstützung eines erfahrenen Psychotherapeuten. Gute Ergebnisse werden mit der organorientierten Psychotherapie erzielt, wenn der Schmerz eine Reaktion auf unterdrückte Gefühle ist. Unterdrückte Emotionen rufen im Körper eine Reaktion in Form von Muskelverspannungen hervor, der sogenannten „Muskelpanzerung“.

Wenn die belastenden Faktoren nachlassen, verspürt man spürbare Erleichterung. Psychotherapie sollte mit Entspannungsübungen, mentaler Entspannung und Anti-Stress-Techniken kombiniert werden. Ebenso hilfreich ist eine Lebensstiländerung, insbesondere wenn jemand in schlechten Gewohnheiten gefangen ist, die er mit Stress im Alltag rechtfertigt, wie beispielsweise Alkohol-, Drogen-, Zigaretten-, Ess- oder Videospielsucht. Sport, Bewegung an der frischen Luft und Reisen sind die einfachsten „Antidepressiva“. Antidepressiva sind natürlich eine Option, wenn es darum geht, Angstzustände, Stress und psychische Schmerzen zu lindern. Sie sollten jedoch die letzte Möglichkeit sein.

Für die Autoren dieses Buches, den Psychologen Thorvald Detlefsen und den Arzt Rüdiger Dahlke, gibt es nicht eine Vielzahl behandelbarer Krankheiten, sondern eine einzige Krankheit – die „Krankheit“, die sich in verschiedenen Krankheitsbildern manifestiert. Sie ist ein Zeichen dafür, dass ein Mensch unter Spannung steht, deren Symptome – wenn überhaupt möglich – durch Medikamente oder Operationen nur vorübergehend gelindert werden können. In diesem Buch finden Sie eine andere Sichtweise auf Krankheiten und ihren Zusammenhang mit dem psycho-emotionalen Zustand eines Menschen. Jedes Symptom, jeder Schmerz ist ein Zeichen seelischen Leidens, ein Zeichen innerer Konflikte und ein Symbol für tiefliegende Persönlichkeitsprobleme. Das Verstehen der Symptome verschiedener Krankheiten – von Infektionen und Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zu Rheuma und Krebs – eröffnet einen neuen Weg zu Gesundheit und Heilung, zur Selbsterkenntnis. Das Buch ist äußerst hilfreich, um die wahren Ursachen von Krankheiten zu erkennen.

Illustratives Foto von Sora Shimazaki: https://www.pexels.com/photo/person-suffering-from-a-stomach-pain-5938363/