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Mittwoch, November 30, 2022

Klammeraffen bevorzugen Früchte mit Würmern

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Gaston de Persigny
Gaston de Persigny
Gaston de Persigny - Reporter bei The European Times News

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Klammeraffen bevorzugen von Insekten befallene Früchte, haben brasilianische und amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Durch den Verzehr von Früchten zusammen mit Larven gleichen Affen den Proteinmangel in der Ernährung aus. Frühere Studien haben gezeigt, dass Koats Protein aus Ficusfrüchten erhalten, in denen sich bestäubende Wespenlarven entwickeln. Wo diese Bäume jedoch selten sind oder gar nicht wachsen, müssen sich die Affen mit Wurmfrüchten begnügen. Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Artikel für das International Journal of Primatology veröffentlicht.

Affen der in Mittel- und Südamerika verbreiteten Gattung Ateles ernähren sich fast ausschließlich von reifen süßen Früchten. Eine solche Ernährung ist reich an Kohlenhydraten und Fetten, aber es fehlt Protein. Es wird angenommen, dass Koats ihren Mangel durch den Verzehr junger Blätter, Triebe und Knospen oder Früchte mit hohem Proteingehalt ausgleichen. Und peruanische Mäntel (Ateles chamek) einiger Populationen erhalten Proteine ​​aus reifen Früchten von Ficus (Ficus), in denen sich Larven und flügellose Männchen von Wespen aus der Familie der Agaonidae – Bestäuber dieser Pflanzen (sowie sich in ihnen entwickelnde parasitoide Larven) verstecken.

Bestäubende Wespen sind jedoch nicht die einzigen Insekten, die in Früchten vorkommen. Das Fruchtfleisch ernährt sich von den Larven vieler Hautflügler, Schmetterlinge, Fliegen und Käfer. Die meisten reifen Früchte in tropischen Wäldern werden von der einen oder anderen Larve befallen, und es ist nicht ungewöhnlich, Vertreter mehrerer Insektenarten gleichzeitig in einer Frucht zu finden. Durch die Auswahl der am meisten verwurmten Früchte und deren Verzehr zusammen mit den Larven könnten die Koats so ein mangelhaftes Protein erhalten. Diese Strategie wäre zumindest in den Regionen des Amazonas von Vorteil, in denen Ficuses selten sind. Eine ähnliche Strategie wurde bereits bei verwandten Primaten aus der Unterfamilie Pitheciinae – uakari und saki – beobachtet. Sie ernähren sich von unreifen Samen und versuchen, um den Proteinmangel auszugleichen, diejenigen auszuwählen, die am stärksten von Larven befallen sind.

Ein Team von Zoologen unter der Leitung von Adrian A. Barnett vom National Amazonian Institute beschloss zu testen, ob Koats tatsächlich Wurmfrüchte bevorzugen. Dazu begaben sich die Forscher in die Region des Mittellaufs des Tapajos-Flusses im brasilianischen Bundesstaat Para. Sie wählten zwei Standorte aus, an denen Ficuses selten sind: einer am Rande eines saisonal überfluteten Waldes und der zweite in einem Wald, der nie überflutet wird. Hier beobachteten die Autoren zwei Fellarten: Peruaner und Seepocken (A. marginatus). Erstere leben westlich des Flusses Tapajos, letztere östlich.

Barnett und seine Kollegen fanden fütternde peruanische Klammeraffen im Wald und sammelten Proben frischer Früchte, die sie nicht gegessen und von den Bäumen fallen ließen. Die Forscher nahmen neben Ästen auch Früchte in die Probe auf, die sie selbst von Bäumen geschnitten hatten. Dann identifizierten die Autoren die Arten aller Früchte und die darin gefundenen Larven.

Insgesamt analysierten die Forscher 2,836 Früchte von 74 Bäumen, die zu 27 Arten gehören. Die Larven von Käfern, Fliegen und Schmetterlingen befallen Früchte von 23 Arten, was 85 Prozent entspricht. 11 Prozent der Larvenarten wurden in 35–78 Prozent der Früchte gefunden. Beim Vergleich des Anteils erkrankter Exemplare zwischen Früchten, die von Koats gefüttert wurden, und Früchten, die an einem Ast hängen, stellten die Autoren fest, dass die Affen die am stärksten verwurmten Früchte aus 12 der 20 Baumarten auswählten, für die sie mehrere Exemplare sammeln konnten.

Im Gegensatz dazu versuchten vier weitere Affenarten, von Insekten unberührte Früchte zu essen. Es ist möglich, dass bei diesen Pflanzen das Vorhandensein von Larven in den Früchten eine Abwehrreaktion und die Freisetzung unangenehmer oder giftiger Substanzen hervorruft. Bei vier weiteren Arten, deren Früchte den höchsten und niedrigsten Larvenbefall aufwiesen, zeigten sie keine eindeutigen Präferenzen. Die Autoren schlagen vor, dass es für Affen nicht sinnvoll ist, nach den wurmstichigsten Früchten dieser Arten zu suchen, da sie zu häufig bzw. zu selten sind.

Offenbar kompensieren Klammeraffen den Eiweißmangel meist durch den Verzehr von Ficus-Früchten. Wo diese Bäume jedoch knapp oder gar nicht vorhanden sind, müssen Affen die wurmstichigsten Früchte fressen. Dies sind möglicherweise nicht die einzigen Proteinquellen für Mäntel. Barnett et al. legen nahe, dass Affen auch Insekten fressen, die sich in jungen Trieben und Blättern verstecken, und Wasserinsektenlarven schlucken, wenn sie aus Bromelienrosetten und Blattachseln trinken.

Vorhin haben wir darüber gesprochen, wie Geoffroy's Coat (A. geoffroyi), Klammeraffen aus Mittelamerika, nach Früchten suchen. Zoologen haben herausgefunden, dass diese Primaten Untergruppen bilden, deren Größe sich an die Anzahl der Fruchtbäume anpasst. Dabei orientieren sie sich nicht nur an eigenen Überlegungen, sondern auch am Verhalten ihrer Angehörigen. Diese Strategie ermöglicht es Ihnen, Nahrung unter wechselnden Bedingungen effizient zu finden.

Foto: Peruanischer Ateleschamek

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