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Sonntag, August 7, 2022

Zusammenhang zwischen Hunger und Wut bestätigt

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Psychologen haben den Zusammenhang zwischen Hunger und negativen Emotionen bestätigt. Ein Experiment mit 64 Freiwilligen, die ein normales Leben führten und fünfmal täglich einen Fragebogen mit Fragen zum Wohlbefinden ausfüllten, zeigte, dass hungrige Menschen reizbar und wütend werden und ihr Lustempfinden abnimmt. Zuvor wurden ähnliche Ergebnisse im Labor erhalten. Die Ergebnisse der Studie werden in einem Artikel für die Zeitschrift PLoS ONE veröffentlicht.

Viele Menschen behaupten, dass sie reizbar und aggressiv werden, wenn sie Hunger verspüren. Im Englischen tauchte sogar das Wort „hangry“ auf, um diesen Zustand zu beschreiben, der sich aus den Wörtern „hungry“ (hungrig) und „angry“ (böse) zusammensetzt. Obwohl der Zusammenhang zwischen Hunger und negativen Emotionen offensichtlich erscheinen mag, bleibt er weitgehend unerforscht. Beispielsweise haben Versuche, erhöhte Aggressionsniveaus mit niedrigen Blutzuckerkonzentrationen in Verbindung zu bringen, zu gemischten Ergebnissen geführt. Andererseits zeigte sich in einer Reihe von Labortests, dass Hungrige mehrdeutige Bilder eher als negativ wahrnehmen und die Experimentatoren negativ bewerten.

Ein Team von Psychologen um Stefan Stieger von der Karl Landsteiner Medizinischen Privatuniversität beschloss, den Zusammenhang zwischen Hunger und Aggression unter Alltagsbedingungen, also außerhalb des Labors, zu untersuchen. Dafür wählten die Forscher 121 Freiwillige aus Österreich, Deutschland und der Schweiz aus. Ihr Durchschnittsalter betrug 29.9 Jahre.

Während der 21 Tage des Experiments führten die Probanden ein normales Leben, füllten jedoch fünfmal täglich einen Fragebogen in einer mobilen Anwendung mit Fragen zu ihrem Wohlbefinden aus. Die Autoren baten die Teilnehmer, auf einer Skala von 64 ihren emotionalen Zustand sowie den momentanen Grad an Hunger, Gereiztheit, Wut und Erregung zu bewerten. Außerdem musste angegeben werden, wie viel Zeit seit der letzten Mahlzeit vergangen war. Insgesamt XNUMX Teilnehmer erreichten das Ende der Studie. Danach wurden sie gebeten, weitere Fragen zum Essverhalten und zu Aggressionsneigungen zu beantworten.

Nach Analyse der Ergebnisse stellten Stieger und Kollegen fest, dass sich Hunger negativ auf den emotionalen Zustand auswirkt. Hungrige Probanden erlebten stärkere Gereiztheit und Wut, und ihr Lustempfinden war schwächer. Dieses Muster blieb auch bestehen, nachdem die Autoren das Alter, das Geschlecht und den Body-Mass-Index der Teilnehmer sowie ihr Essverhalten und ihre Aggressionsneigung angepasst hatten. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass das Niveau negativer Emotionen nicht nur durch tägliche Schwankungen des Hungers bestimmt werden kann, sondern auch durch sein durchschnittliches Niveau für drei Wochen, was zusätzlich auf die Zuverlässigkeit des entdeckten Zusammenhangs hinweist.

Die Forscher schätzten, dass der Hunger für 56 Prozent der Unterschiede in der Reizbarkeit bei den Probanden sowie für 48 Prozent der Unterschiede in der Wut und 44 Prozent der Unterschiede in der Freude verantwortlich war. Interessanterweise wirkt sich das Verlangen zu essen nicht nur separat auf Irritation, Wut und Freude aus, sondern auch auf ein zusammengesetztes Maß, das alle drei dieser Emotionen berücksichtigt. Gleichzeitig konnte kein Zusammenhang zwischen Hunger und dem Grad der Erregung gefunden werden, obwohl die Autoren erwarteten, dass hungrige Menschen stärker erregt sein würden.

Stieger und seine Co-Autoren bezweifeln, dass Hunger durch einen Abfall des Blutzuckerspiegels automatisch Ärger und Wut auslöst. Wahrscheinlicher ist, dass er zunächst einfach das Lustempfinden reduziert. Und wenn eine Person in diesem Zustand mit einer zweideutigen Situation konfrontiert wird (z. B. ein Gespräch mit einem Verwandten, heißes Wetter oder eine Benachrichtigung zum Ausfüllen eines Fragebogens), nimmt sie diese eher negativ wahr und empfindet Ärger oder Wut. Es dauert also nicht lange, bis ein Hungriger wütend wird.

Vorhin haben wir darüber gesprochen, wie eine junge Kanadierin, die mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde, ein Jahr lang völlig ihren Hunger verlor. Die Experten, die sie untersucht haben, glauben, dass die Ursache für solch ein ungewöhnliches Symptom eine Schädigung des linken Insellappens ist. Dieser Fall unterstreicht die wichtige Rolle der Insula bei der Geschmackswahrnehmung und Appetitkontrolle.

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